Unter einem Magenballon versteht man einen mit Wasser gefüllten Ballon, der im Magen eingebracht wird, diesen füllt und so für ein frühzeitiges Sättigungsgefühl bei dem Patienten sorgt. Diese Methode eignet sich vor allem für Patienten, die unter starkem Übergewicht leiden und dieses ohne Hilfe nicht reduzieren können.
Krankheiten
Ähnliche Behandlungen
Für wen geeignet? | Patienten, die unter Adipositas leiden oder Gewicht abnehmen und ihre Essgewohnheiten verbessern möchten |
Behandlungsmethoden | Magenballon; Elipse™-Magenballon-Programm mit Team aus Ärzten und Ernährungsberatern |
Klinikaufenthalt | ambulant |
Betäubung | bei klassischem Magenballon mit Sedierung (entfällt bei Elipse™) |
Behandlungsdauer | ca. 30 Minuten |
Gesellschaftsfähigkeit | i. d. R. sofort |
Nachsorge | Ernährungsumstellung |
Ergebnis sichtbar | schrittweise Gewichtsreduktion: etwa 13 - 15 kg in 16 Wochen |
Kosten | 2.000 - 5.000 Euro |
Unter einem Magenballon versteht man einen mit Wasser gefüllten Ballon, der im Magen eingebracht wird, diesen füllt und so für ein frühzeitiges Sättigungsgefühl bei dem Patienten sorgt. Diese Methode eignet sich vor allem für Patienten, die unter starkem Übergewicht leiden und dieses ohne Hilfe nicht reduzieren können.
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Für viele Menschen mit Übergewicht ist das Abnehmen eine schier unlösbare Aufgabe. Als letzter Ausweg wird dann häufig eine Magenverkleinerung erwogen. Falls Sie vor einer solchen Operation zurückschrecken, kann ein Magenballon eine gute Alternative sein. Der Silikonballon verkleinert das Magenvolumen ganz ohne chirurgischen Eingriff und wird nach mehreren Monaten wieder entfernt.
Bewährt hat sich der Magenballon auch als vorbereitende Maßnahme zur Fettabsaugung oder Hautstraffung, wenn im Vorfeld eine Gewichtsabnahme angestrebt wird. Außerdem kann er bei sehr übergewichtigen Menschen dazu beitragen, das Gewicht vor einer riskanten Magenverkleinerung bereits etwas zu senken.
Der klassische Magenballon wird mittels Endoskopie in den Magen eingebracht. Mittlerweile ist mit dem Elipse(TM) Magenballon auch eine neuartige Version verfügbar, die vom Patienten einfach in Kapselform geschluckt werden kann.
Erfahren Sie im Folgenden, für wen der Magenballon geeignet ist und wie die Behandlung abläuft.
Die Magenballon-Behandlung ist eine Methode zur kurzzeitigen Verkleinerung des Magenvolumens. Der Ballon wird im Magen aufgefüllt und sorgt für ein frühzeitiges Sättigungsgefühl. Dadurch unterstützt er die Gewichtsabnahme, wenn der Patient selbst Schwierigkeiten hat, seine Nahrungsmenge zu kontrollieren.
Zur Magenverkleinerung werden sonst meist chirurgische Verfahren eingesetzt, etwa das Magenband, das Anlegen eines sogenannten Schlauchmagens oder aber die operative Verkleinerung des gesamten Magens. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen Verfahren und dem Magenballon ist, dass der Magenballon keine Operation erfordert.
In der Behandlung von Adipositas kann der Magenballon einen wichtigen Beitrag leisten. Viele Betroffene haben Probleme, die Menge und den Kaloriengehalt Ihrer Nahrung bewusst und angemessen zu kontrollieren. Häufig haben sie bereits mehrere Versuche hinter sich, ihr Gewicht durch Diäten zu reduzieren. Der damit verbundene, allseits bekannte Jo-Jo-Effekt zeigt aber nur zu oft, dass Diäten meist keine dauerhafte Wirkung haben.
Der Magenballon sorgt für ein frühzeitiges Sättigungsgefühl, da er einen Großteil des Magenvolumens einnimmt. So fällt es vielen Patienten leichter, den Ernährungsempfehlungen des Therapeuten zu folgen, da insgesamt ein geringeres Hungergefühl vorliegt.
Der Magenballon ist vor allem für Patienten mit einem BMI zwischen 35 und 40 geeignet. Auch bei sehr hohem Übergewicht kann er eingesetzt werden, um das Gewicht vor einer magenverkleinernden Operation bereits etwas zu senken und so das Komplikationsrisiko zu reduzieren.
Weiterhin kann der Magenballon unterstützend vor einer Fettabsaugung oder Hautstraffung eingesetzt werden. Ziel der Behandlung ist es hier, vor der eigentlichen Behandlung ein stabiles Körpergewicht zu erreichen. So können mit dem anschließenden ästhetischen Eingriff zufriedenstellendere Ergebnisse erzielt werden.
Der Begriff Adipositas bezeichnet ein starkes Übergewicht mit einem Körperfettanteil, der über das Normalmaß hinausgeht. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken kann und mit zahlreichen Folgeerkrankungen einhergeht.
Je höher das Übergewicht, desto größer ist meist auch der Leidensdruck für die Betroffenen. Der Körper wird durch die großen Fettdepots stark belastet, was die körperliche Leistungsfähigkeit mindert und schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge haben kann.
Weitere Begleiterscheinungen von Adipositas sind zum Beispiel Diabetes mellitus, ein frühzeitiger Gelenkverschleiß, übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) oder eine Fettleber. Hinzu kommt oft ein enormer psychischer Druck, da sich viele Betroffene selbst für ihre Situation verantwortlich machen oder negative Reaktionen ihrer Umwelt erfahren.
Die Ursachen von Adipositas sind vielfältig und reichen von genetischer Veranlagung über Bewegungsmangel bis hin zu ungesundem Essverhalten. Auch Medikamente und Erkrankungen können eine Gewichtszunahme begünstigen. Letzteres betrifft zum Beispiel hormonelle Erkrankungen und Stoffwechselstörungen.
Häufig ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren, die letztendlich zu Übergewicht führt. So findet sich der Betroffene schnell in einer Situation wieder, in der das Körpergewicht kontinuierlich steigt und Abnehmversuche nicht die gewünschte Wirkung zeigen.
Die Magenballon-Behandlung ist eine unkomplizierte Therapieform, die keinen chirurgischen Eingriff erfordert. Es handelt sich um eine reversible Methode, das heißt, der Magenballon kann jederzeit wieder entfernt werden. Der Magen selbst wird nicht verändert.
Das Einbringen erfolgt mittels Endoskopie über die Speiseröhre. Mit diesem Verfahren kann der Arzt den Magen gleichzeitig auf Auffälligkeiten untersuchen und den korrekten Sitz des Magenballons kontrollieren. Die gewichtsreduzierende Wirkung wird erzielt, indem ein Großteil des Magens mit dem Ballon ausgefüllt wird. So stellt sich schneller ein Sättigungsgefühl ein.
Idealerweise sollte die Magenballon-Behandlung mit einer nachhaltigen Ernährungsumstellung einhergehen. Gelingt es dem Patienten, sein Essverhalten dauerhaft zu verändern, so hält der Behandlungseffekt oft auch nach der Entfernung des Ballons weiter an.
Voraussetzung für die Magenballon-Behandlung ist ein guter allgemeiner Gesundheitszustand. Bestimmte Risikofaktoren wie etwa Blutgerinnungsstörungen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts müssen im Vorfeld ausgeschlossen werden. Außerdem sollte der Patient zum Zeitpunkt der Behandlung volljährig sein.
Die Entscheidung für einen Magenballon wird häufig getroffen, wenn der Patient bereits mehrere erfolglose Abnehmversuche hinter sich hat. In diesem Fall kann der Magenballon eine gute Alternative zum Magenband oder einer Magenverkleinerung sein.
Falls eine chirurgische Magenverkleinerung geplant ist, aber das OP-Risiko aufgrund des Körpergewichts zu hoch ist, kann der Magenballon als vorbereitende Maßnahme eingesetzt werden. Ziel der Behandlung ist es hier, das Gewicht so weit zu reduzieren, dass ein operativer Eingriff ohne übermäßiges Risiko für den Patienten möglich ist.
Bei bestimmten Vorerkrankungen kann der Magenballon nicht eingesetzt werden. Das betrifft zum Beispiel Erkrankungen des Verdauungstrakts, frühere Magenoperationen, Magengeschwüre oder Blutgerinnungsstörungen. Für Menschen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, ist diese Behandlungsform ebenfalls ungeeignet.
Weitere Ausschlusskriterien sind Essstörungen wie Bulimie, Alkoholabhängigkeit und andere Suchterkrankungen. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte der Magenballon nicht eingesetzt werden.
Magenballons bestehen aus einer weichen, hauchdünnen Polyurethanhülle. Sie werden in unbefülltem Zustand in den Magen eingebracht und dann mit Luft oder Flüssigkeit befüllt. Bei der Füllflüssigkeit handelt es sich um eine gesundheitlich unbedenkliche Kochsalzlösung.
Der klassische Magenballon wird ambulant unter Sedierung eingesetzt. Die gesamte Prozedur dauert etwa eine halbe Stunde. Im Vorfeld erfolgt eine Spiegelung von Magen und Speiseröhre (Ösophagogastroskopie). Diese ist wichtig, um krankhafte Veränderungen auszuschließen.
Der Magenballon wird unbefüllt und gefaltet über die Speiseröhre eingeführt. Dazu verwendet der Arzt einen flexiblen Schlauch. Ist der Ballon im Magen angekommen, wird er über den Füllschlauch mit Luft oder einer Kochsalzlösung befüllt. Anschließend kontrolliert der Arzt den korrekten Sitz mit einer Endoskop-Kamera.
Die innovative Alternative des Elipse-Magenballons wird weiter unten genauer erläutert.
Nach dem Befüllen schwimmt der Magenballon frei im Magen. Er nimmt einen Großteil des Magenvolumens ein, wodurch sich ein frühzeitiges Sättigungsgefühl einstellt. Idealweise sollte die Behandlung durch eine Ernährungsberatung unterstützt werden, um die Essgewohnheiten langfristig umzustellen.
Der durchschnittliche Gewichtsverlust während einer Magenballon-Behandlung beträgt 10 - 25 kg. Wie gut die Behandlung letztendlich anschlägt, ist individuell unterschiedlich. Der größte Gewichtsverlust ist in den ersten drei Monaten zu erwarten.
Die Entfernung des Magenballons erfolgt wie das Einsetzen ambulant im Dämmerschlaf. Auch hier arbeitet der Arzt mit einem Endoskop. Der Magenballon wird vorsichtig punktiert, entleert und anschließend über die Speiseröhre entnommen.
Die Entfernung nach sechs Monaten ist erforderlich, da es sonst zu Schäden am Ballon kommen kann. Das Material ist im Magen ständig der Magensäure ausgesetzt. Dadurch wird es mit der Zeit geschwächt und kann einreißen.
Im Vergleich zur chirurgischen Magenverkleinerung ist die Magenballon-Behandlung risikoarm. Dennoch kann es vereinzelt zu Komplikationen kommen. Dazu gehören zum Beispiel Nachblutungen, Infektionen oder Schwellungen sowie Blutergüsse und Thrombosen.
Einige Patienten klagen nach dem Einbringen über starkes Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Übelkeit. Falls die Beschwerden länger anhalten, muss der Magenballon frühzeitig entfernt werden.
Sehr selten kommt es zu schweren Komplikationen wie Rissen in der Magenwand oder einem Absterben von Teilen der Magenwand. Dies betrifft meist Patienten mit einer zurückliegenden Operation an Speiseröhre oder Magen. Auch das Risiko von Magengeschwüren ist erhöht, weshalb während der Behandlungszeit dauerhaft ein Säureblocker eingenommen werden sollte.
Weiterhin kann es nach dem Einsetzen zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt kommen. Daher ist eine enge ärztliche Betreuung besonders in den ersten Tagen wichtig.
Bei einem geplatzten Magenballon sollte schnellstmöglich der behandelnde Arzt aufgesucht werden. Im schlimmsten Fall droht ein lebensgefährlicher Darmverschluss.
Die meisten Magenballons sind mit einer blau eingefärbten Kochsalzlösung befüllt. Wenn diese austritt, gelangt sie über die Magenschleimhaut in den Blutkreislauf und von dort in den Urin. Eine Blaufärbung des Urins ist daher für den Patienten ein klares Warnsignal.
Einige Patienten klagen nach dem Einsetzen dauerhaft über Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl oder Sodbrennen. In diesem Fall muss der Magenballon vorzeitig entfernt werden.
Nach der Entfernung sollte sich der Körper an die kleineren Mahlzeiten gewöhnt haben, sodass Sie diese dauerhaft beibehalten können. Durch die Gewichtsabnahme fühlen sich die meisten Patienten fitter und leistungsfähiger. Für anhaltende Erfolge ist es wichtig, dass Sie die neu erlernten Ernährungs- und Verhaltensweisen langfristig beibehalten.
Der Magenballon erzeugt schon vor dem Essen ein Sättigungsgefühl, sodass Sie automatisch weniger essen. Sie sollten stets auf Ihr Sättigungsgefühl hören, langsam essen und die Ernährungstipps des Arztes befolgen.
Die Magenballon-Behandlung ist die einzige Methode zur Magenverkleinerung, die keinen chirurgischen Eingriff erfordert. Daher eignet sie sich auch für stark übergewichtige Patienten, bei denen eine Operation zu riskant ist.
Sehr selten können Magenballons platzen. Bei flüssigkeitsgefüllten Ballons ist dies an einer Blaufärbung des Urins zu erkennen. In diesem Fall sollten Sie umgehend den behandelnden Arzt aufsuchen.
Die Kosten für eine Magenballon-Behandlung betragen etwa 2.000 - 5.000 EUR. Die Behandlungskosten hängen insbesondere davon ab, ob man sich für die klassische Methode oder den Magenballon in Kombination mit einem gesamten Ernährungs- und Fitnesskonzept entscheidet.
Die Kosten werden nur selten von der Krankenkasse übernommen. Dies betrifft meist sehr übergewichtige Patienten, bei denen das Risiko für eine chirurgische Magenverkleinerung zu groß ist.
Als Alternative zum klassischen Magenballon hat der Hersteller Allurion einen schluckbaren Magenballon entwickelt. Der ElipseTM Magenballon funktioniert im Prinzip wie ein herkömmlicher Magenballon. Er hat allerdings den großen Vorteil, dass zum Einbringen keine Endoskopie erforderlich ist.
Der Ballon wird vom Patienten einfach als Kapsel geschluckt und anschließend über einen feinen Schlauch befüllt. Nach vier Monaten entleert sich der Ballon selbstständig und wird auf natürlichem Wege ausgeschieden. Somit ist weder für das Einbringen noch für die Entnahme eine Sedierung erforderlich.
Das Behandlungskonzept beinhaltet eine kontinuierliche Gewichtskontrolle und persönliche Betreuung. Der Patient wird sechs Monate lang von einem geschulten Ernährungsberater unterstützt. Durch die fachübergreifende Betreuung kann der Abnehmerfolg optimiert werden. Die neuen Ess- und Lebensgewohnheiten werden gefestigt und können so zu einer langfristigen Verhaltensänderung führen.
Vor der Behandlung erhält der Patient eine umfassende Beratung durch die betreuenden Ärzte und Ernährungsberater. Die persönliche Ernährungsberatung soll den Abnehmerfolg verbessern und die neuen Ernährungsgewohnheiten langfristig stabilisieren.
Im zweiten Schritt wird der Magenballon eingebracht. Er sorgt nun vier Monate lang für ein vorzeitiges Sättigungsgefühl. Über eine digitale Waage und eine Smartphone-App kann der Behandlungsfortschritt kontrolliert werden. Nach vier Monaten entleert sich der Ballon selbstständig und wird auf natürlichem Wege ausgeschieden.
Der Elipse™-Magenballon wird in einer Kapsel vom Patienten geschluckt. Der Ballon ist mit einem Schlauch verbunden, über den er direkt im Magen befüllt wird.
Die meisten Patienten haben keine Probleme mit dem Schlucken der Kapsel. Bei Bedarf kann der Arzt sie aber auch mit einem speziellen Führungsdraht behutsam in den Magen bringen.
Die durchschnittliche Gewichtsabnahme nach vier Monaten beträgt 13 - 15 kg. Der Abnehmerfolg kann individuell unterschiedlich ausfallen.
Nach Ende der Tragezeit wird der Patient weiterhin durch einen professionellen Ernährungsberater unterstützt. So ist gewährleistet, dass die neuen Essgewohnheiten verinnerlicht werden.
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